“ Wie soll ich ihn foltern? “

“ Warum fragst du? Nimm alles! Die Streckbank, das Rad, die Peitsche..., häute ihn lebendig..., Essig in die Nase..., Steine auf seine Brust...! Hänge ihn an den Daumen auf... was du willst! “

Die Frösche (griechische Komödie)

Aristophanes (um 460 vor Christus)

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Wie man an diesem Text erkennen kann, ist die Folter keine Erfindung aus dem Mittelalter. Das früheste was wir bisher gefunden haben steht in der Bibel! Im Alten Testament werden Job, der Prophet Jeremias, der Apostel Paul und Silas in den Pranger gesteckt. Doch den frühesten Beweis, den wir bisher gefunden haben ist auf einem Assyrischen Relief zu sehen, dass auf das Jahr 750 vor Christus datiert wurde. Doch den grausamen Höhepunkt fand die Folter im Mittelalter mit der Zeit der Inquisition. Und das ist auch das Zeitalter, das wir darstellen!

Hier nun alle Foltermethoden und Strafen der damaligen Zeit aufzulisten würde den Rahmen dieser Seite bei weitem sprengen. Deshalb werden wir nur einige Stiche und Zeichnungen zeigen und einige erklärende Worte dazu schreiben!

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Kragen

Einsperren

Das einsperren war nicht nur eine der gebräuchlichsten Strafen, sondern auch eine recht grausame Art der Folter. Nicht nur dass in den Zellen viele Personen waren, so gab es keinen Platz für die Notdurft, sondern nur eine Rinne in der alles landete. Auch wurde die Nahrung so heruntergeschraubt, dass man früher oder später verhungerte.

Im Tower of London gab es eine Zelle mit gerade mal 1,2 Quadratmeter. Das “Mauseloch” von König Ludwig XI mass gerade mal 91 Quadratzentimeter.

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Der spanische Kragen

Er war eigentlich eine englische Erfindung. Ein hohler Halsreifen, der ein Gewicht von etwa 4,5 Kilo hatte. Das Gewicht lies sich noch steigern, indem man den Kragen mit Blei füllte. Am äusseren Rand waren spitze Krallen befestigt, sodass das Opfer seinen Kopf nicht entlastend auf den Rand stützen konnte.

Normalerweise war das Opfer nicht auf einen Stuhl gefesselt, sondern stand auf dem Marktplatz!

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Der Pranger

Der Pranger wurden eigentlich für zwei Personen erfunden. Ihn gab es allerdings auch für eine bis zu 10 Personen. Der Pariser Pranger war sogar ein eigener Turm. Das Opfer wurde mindestens 6-8 Stunden darin eingesperrt, was sich aber auch wesentlich in die Länge ziehen konnte. Nicht nur das der Übeltäter dem Gespött der Leute ausgesetzt war, er durfte auch mit allem beworfen werden, was man in die Hände bekam. Faules Obst und Gemüse, tote Ratten und Mäuse, Exkremente und eben alles.

Es gibt auch Berichte, wo Steine flogen und diese “leichte” Strafe zur Todesstrafe umgewandelt wurde. Aber auch das Gegenteil ist berichtet. Das die Bevölkerung dem Opfer es so gut wie möglich machte.

Die Schandmaske

Sie war ein Metallgestell, dass auf dem Kopf getragen werden musste. Es gab verschiedene Varianten der Schandmasken. Je nach Verbrechen wurden dem Opfer eine andere Maske aufgesetzt. So gab es Masken für zänkische Weiber, Männer die sich wie Schweine aufführten, schlechte Spielleute, Neugierige und Lügner. Beinahe für jedes kleine “ Verbrechen “ gab es eine Maske!

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a_Streckbank
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Fesseln und Peitschen

Oft ging beides zusammen. Obwohl das Fesseln hinter dem Rücken schon allein eine Folter war. Die Arme wurden hinter dem Rücken zusammengebunden, dann wurde man an einem Seilzug angehoben. Sodass das Schultergelenk auskugelte. (Dies nannte man “das Pendel”) Dies konnte jedoch auch ausbleiben und man wurde nur normal aufgezogen. Dann kam meistens noch die Peitsche zum Einsatz.

Bei grösseren Verbrechen wurden meist auch Gewichte an die Beine gehängt. Dies wirkte sich dann wie bei einer Streckbank auf das Opfer aus, da die Gewichte vergrössert wurden.

Die Streckbank

Sie ist wohl eine der berühmtesten Folterinstrumente des Mittelalters. Man wurde darauf gespannt und durch ein oder zwei Seilwinden in die Länge gezogen. Die frühe Form war einfach nur ein grosses Rechteck, in dem das Opfer durch zwei Rollen gestreckt wurde. Später entwickelte sich dann die bekannte Form. Es gab allerdings auch “ Streckbänke “ in denen man nicht gestreckt wurde, sondern eher die Blutzufuhr zu den Füssen und Händen abgeschnürt wurde. Auch diese Instrumente wurden als “ Streckbank “ bezeichnet. Obwohl nicht gestreckt wurde.

Auspeitschen
Armgelenke
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Der Befragungsstuhl

Dieser Stuhl war überall mit spitzen Nägeln oder Stacheln versehen. Das Opfer wurde darauf festgeschnallt und je nach Antwort wurden die Riemen über eine Schraube noch fester angezogen. Dies bedeutete, dass die Stacheln noch weiter in das Fleisch eindrangen. War die Antwort nicht die, die der Folterer hören wollte, wurde noch weiter zugezogen.

Schandgeige und Schandkragen

Der Schandkrangen wurde einzeln getragen, eigentlich eine Art “ spanischer Kragen “ nur ohne Stacheln. Verbreiteter war allerdings die Schandgeige. Hier wurde nicht nur der Kopf, sondern auch die Hände eingesperrt. Diese Art der Bestrafung gab es auch für streitende Ehepaare und zänkische Weiber. Diese wurden dann in die Doppelschandgeige eingesperrt. Sie mussten sich gegenüber stehen und durften erst wieder entlassen werden, wenn sie sich vor dem Richter und der Gemeine vertragen hatten.

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Todesstrafen

Das Hängen

Das Erhängen ist wohl die bekannteste der Todesstrafen. Zu Beginn des Hängens wurde das Opfer einfach nur hochgezogen. Auch war kein besonderes Gestell nötig. Ein Baum reichte. Später kamen dann feste Gestelle. Das das Opfer nicht so lange Leiden musste, setzte sich oft der Henker noch auf die Schultern des Opfer, dass der Todeskampf nicht all zu lange dauerte. Die Falltür wurde erst gegen Mitte des 18 Jhd. entwickelt. War da allerdings das Seil zu kurz bemessen, starb der Verbrecher durch ersticken, war es zu lang, wurde ihm der Kopf abgerissen. Beides war für den Henker das Todesurteil.

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Es wurde allerdings nicht nur als Todesstrafe eingesetzt. Man konnte auch nur an den Daumen aufgehängt werden. Oder an den Füssen. Dies beweist, dass der Galgen nicht nur als Todesstrafe eingesetzt wurde. Er wurde auch als Folterinstrument verwendet.

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Köpfen

Zu beginn war das Köpfen eine schwierige Angelegenheit für den Henker. Das Schwert musste mit grosser Wucht auf eine bestimmte Stelle des Halses geschlagen werden, dass der Kopf auch wirklich abgetrennt war. War dies nicht der Fall, war der Henker dran. Später wurden dann abstriche zwischen Adel und Pöbel gemacht. Der Pöbel wurde mit der barbarischen Axt hingerichtet, der Adel mit dem Schwert. Wobei das Schwert sehr Kopflastig war und mir Bleikugeln noch extra beschwert wurde. Bei der Axt kniete das Opfer vor einem Richtblock, beim Schwert sass das Opfer.

Rädern

Beim Rädern wurden dem Opfer mit dem Rad zuerst alle Knochen gebrochen. Dabei gab es bestimmte Richtlinien. Meist waren es neun Schläge mit dem Rad, wobei zuerst die Armknochen, dann die Beinknochen gebrochen wurden, zuletzt wurde auf den Kehlkopf geschlagen, sodass das Opfer starb. Dann wurde der Körper auf das Rad geflochten und auf einem Pfahl aufgestellt. Bei besonders schweren Verbrechen konnte der letzte Schlag auch fehlen. Das heisst, das Opfer wurde lebendig aufgestellt, bis die Vögel ihn auffrassen. Eine der grausamsten Hinrichtungen des Mittelalters.

Es gab allerdings noch andere Arten des Räderns. So konnte man das Opfer auch über Feuer oder Nägel rollen bis dieses starb.

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Verbrennen

Das Verbrennen war den Ketzern und Hexen vorbehalten. Dabei wurde man auf einem Scheiterhaufen festgeschnallt und das Holz darunter in Flammen gesetzt. Wenn der Henker milde war, so erstach er das Opfer, bevor es die Flammen erreichten. Dabei durfte er sich allerdings nicht erwischen lassen. So brannten bei dem brannten in bei dem Keuzzug gegen die Katharer allein in einer Nacht mehr als 1.200 Feuer. In einer Stadt.

Dies wurde in der Hexenverfolgung noch viel schlimmer. Die wissenschaftlichen Zahlen der Verbrennungen beruhen auf 10.000 bis mehrere Millionen.

Die eiserne Jungfrau

So, wie man die eiserne Jungfrau kennt, mit eingesetzten Stacheln, gibt es bis heute keine Beweise. Es ist wohl eher ein Mythos. Es gab wohl eine eiserne Jungfrau, doch ohne Stacheln. Allein, die Überlegung, dass Hinrichtungen hauptsächlich in der Öffentlichkeit ausgeführt wurden stellt diese Art der Vorstellung der Jungfrau sehr in Frage. Es gab sie wohl, allerdings ohne Stacheln. Sozusagen als Stehfolter. Die noch heute Anwendung findet. Die Stacheln sind wohl eher eine Erfindung der Romantik. Also doch eher ein Mythos wie Realität.

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Bestrafungen

(Diese Tabelle ist uns besonders wichtig!

Vor allem die Punkte, die noch gebräuchlich sind!)

Abtrennung verschiedener Körperteile

(Hände, Arme, Füsse, Beine)

Diebstahl, Meineid, Wilderei, Verschwörung

Ist noch gebräuchlich

Verstümmelung

Abtrennen von Ohren, Lippen, Nase)

Leichter Diebstahl, Sittlichkeisvergehen, Kuppelei, Betrug

Gilt noch als Bestrafung

Auspeitschen

Trunkenheit, Hurerei, Diebstahl

Gilt noch als Bestrafung

Die Acht, Verbannung, Vertreribung

Hurerei, Landstreicherei, “ geistige Krankheit “, Unzucht, Ketzerei, Ehebruch

Gilt noch als Bestrafung

Därmen

Hochverrat

 

Rädern

Hochverrat

Wurde im ersten Weltkrieg noch ausgeübt

Brantmarken

Diebstahl, Verleumdung, Falschmünzerei, Wilderei, Verführung, Falschspielerei, Keitzeri, Landstreicherei

Gilt noch als Bestrafung

Eiserne Ketten, Pranger

Spielerei, Arbeitsscheue, Trunksucht, Zänkerei, Ruhestörung, Diebstahl, Betrug, Meineid

Wird in abgewandelter Form noch angewendet

Klosterhaft

Todschlag, Unzucht, Häresie

 

Lasterstein

Betrug, Hehlerei

 

Trillhäuschen

Feld-; und Gartendiebstahl

 

Narrenkappe, Schandmaske

Faulheit, Drückebergerei, Lügen, Streitsucht... etc.

Wird in abgewandelter Form noch angewendet

Doppelschandgeigen

Streit unter Ehepaaren, Streit unter Weibern

 

Rosenkranz tragen (ca. 10Kg)

unregelmässiger Besuch der Messe

 

Säuferfass

Trunkenheit, Ruhestörung

 

Schandmaske

Verleumdung, Lästern, Schwatzsucht, Streitsucht, Neugier

 

Stäupen (Prügelstrafe)

Fälscherei, Gotteslästerung, Ehebruch, Kuppelei, Leichenschänderei

Gilt noch als Bestrafung

Zunge Abschneiden

Gotteslästerung, Ketzerei, Meieid, Verleumdung

Gilt noch als Bestrafung

Tod durch den Strick

Hochverrat, Ketzerei, Mord, Raub

Gilt noch als Bestrafung

Tod durch das Schwert

Mord, Raub, Verrat, Wiederholungstäter

Gilt noch als Bestrafung

Verbrennen

Ketzerei, Hexerei

Gilt noch als Bestrafung

Die Bestrafungen und Foltermethoden, die es in abgewandelter Form, oder in “ alter Form “ noch gibt sind nicht auf einen bestimmten Ort gebunden. Wir wollen hier auch zeigen, dass diese Methoden noch irgendwo auf der Welt angewandt werden. Und dies sind nicht die einzigen!

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Dies waren jetzt nur einige Folter- und Hinrichtungsmethoden. Wenn wir alles aufzeigen würden, könnten wir gleich ein Buch schreiben. Ausserdem sind einige Arten der Folter, wie das Pfählen, das Häuten, Därmen etc. so abstossend, dass wir diese Seite erst ab 18 freigeben dürften. Das ist jedoch nicht unser Gedanke.

Wir verherrlichen die Folter auch nicht.

Wir wollen nur zeigen, dass das Leben im Mittelalter nicht so romantisch war, wie es in manchen Filmen dargestellt wird.

Wir wollen ausdrücklich noch einmal darauf hinweisen, dass wir die Folter nicht verherrlichen! Im Gegenteil, wir wollen auch zeigen, dass die Folter NICHT mit dem Mittelalter ihr Ende gefunden hat. Es gab und gibt überall auf unserem Planeten, Personen die die Folter immer noch als Wahrheitsfindung einsetzen!

Besonders im Krieg zeigt sich, dass die Menschheit nichts aus der Vergangenheit lernt, sondern immer wieder in sie zurückfällt!!!!!

Wir möchten uns an dieser Stelle noch bei Horst Herrmann bedanken, der uns durch seine Bücher nicht nur viel geholfen hat, sondern sich auch bereit erklärt hat, dass wir aus seinen Büchern unsere HP gestallten konnten!

Doch wollen wir uns nicht nur bei ihm bedanken, sondern bei allen Schriftstellern, deren Bücher wir bis jetzt gelesen haben. Jetzt alle Bücher aufzuzählen wäre zuviel. Doch bewundern wir jeden, der sich damit, so wie wir beschäftigt und aufzeigen will, dass es noch immer diese Methoden auf der Welt gibt!

STOPPT DIE FOLTER! EGAL WO AUF DIESER WELT!!!!!

 

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